Lukas

Lukas 18

Schlachter 1951
1

Er sagte ihnen aber auch ein Gleichnis dafür, daß sie allezeit beten und nicht nachlässig werden sollten,

💡 Andacht
2

nämlich: Es war ein Richter in einer Stadt, der Gott nicht fürchtete und sich vor keinem Menschen scheute.

💡 Andacht
3

Es war aber eine Witwe in jener Stadt; die kam zu ihm und sprach: Schaffe mir Recht gegenüber meinem Widersacher!

💡 Andacht
4

Und er wollte lange nicht; hernach aber sprach er bei sich selbst: Ob ich schon Gott nicht fürchte und mich vor keinem Menschen scheue,

💡 Andacht
5

so will ich dennoch, weil mir diese Witwe Mühe macht, ihr Recht schaffen, damit sie nicht schließlich komme und mich ins Gesicht schlage.

💡 Andacht
6

Und der Herr sprach: Höret, was der ungerechte Richter sagt!

💡 Andacht
7

Sollte aber Gott nicht seinen Auserwählten Recht schaffen, die Tag und Nacht zu ihm rufen, wenn er sie auch lange warten läßt?

💡 Andacht
8

Ich sage euch, er wird ihnen Recht schaffen in Kürze! Doch wenn des Menschen Sohn kommt, wird er auch den Glauben finden auf Erden?

💡 Andacht
9

Er sagte aber auch zu etlichen, die sich selbst vertrauten, daß sie gerecht seien, und dieübrigen verachteten, dieses Gleichnis:

💡 Andacht
10

Es gingen zwei Menschen hinauf in den Tempel, um zu beten, der eine ein Pharisäer, der andere ein Zöllner.

💡 Andacht
11

Der Pharisäer stellte sich hin und betete bei sich selbst also: O Gott, ich danke dir, daß ich nicht bin wie dieübrigen Menschen, Räuber, Ungerechte, Ehebrecher, oder auch wie dieser Zöllner.

💡 Andacht
12

Ich faste zweimal in der Woche und gebe den Zehnten von allem, was ich erwerbe.

💡 Andacht
13

Und der Zöllner stand von ferne, wagte nicht einmal seine Augen zum Himmel zu erheben, sondern schlug an seine Brust und sprach: O Gott, sei mir Sünder gnädig!

💡 Andacht
14

Ich sage euch, dieser ging gerechtfertigt in sein Haus hinab, eher als jener; denn wer sich selbst erhöht, der wird erniedrigt werden, und wer sich selbst erniedrigt, der wird erhöht werden.

💡 Andacht
15

Sie brachten aber auch Kindlein zu ihm, damit er sie anrühre. Da es aber die Jünger sahen, schalten sie sie.

💡 Andacht
16

Aber Jesus rief sie zu sich und sprach: Lasset die Kinder zu mir kommen und wehret es ihnen nicht; denn für solche ist das Reich Gottes.

💡 Andacht
17

Wahrlich, ich sage euch: Wer das Reich Gottes nicht annimmt wie ein Kind, wird gar nicht hineinkommen.

💡 Andacht
18

Und es fragte ihn ein Oberster und sprach: Guter Meister, was muß ich tun, um das ewige Leben zu ererben?

💡 Andacht
19

Da sprach Jesus zu ihm: Was nennst du mich gut? Niemand ist gut, als nur Gott allein.

💡 Andacht
20

Du weißt die Gebote:«Du sollst nicht ehebrechen! Du sollst nicht töten! Du sollst nicht stehlen! Du sollst nicht falsches Zeugnis reden! Ehre deinen Vater und deine Mutter!»

💡 Andacht
21

Er aber sprach: Das habe ich alles gehalten von Jugend an.

💡 Andacht
22

Da Jesus das hörte, sprach er zu ihm: Eins fehlt dir noch; verkaufe alles, was du hast, und verteile es an die Armen, so wirst du einen Schatz im Himmel haben, und komm, folge mir nach!

💡 Andacht
23

Als er aber solches hörte, wurde er ganz traurig; denn er war sehr reich.

💡 Andacht
24

Als aber Jesus ihn so sah, sprach er: Wie schwer werden die Reichen ins Reich Gottes eingehen!

💡 Andacht
25

Denn es ist leichter, daß ein Kamel durch ein Nadelöhr gehe, als daß ein Reicher in das Reich Gottes komme.

💡 Andacht
26

Da sprachen die, welche es hörten: Wer kann dann gerettet werden?

💡 Andacht
27

Er aber sprach: Was bei den Menschen unmöglich ist, das ist bei Gott möglich.

💡 Andacht
28

Da sprach Petrus: Siehe, wir haben das Unsrige verlassen und sind dir nachgefolgt!

💡 Andacht
29

Er aber sprach zu ihnen: Wahrlich, ich sage euch: Es ist niemand, der Haus oder Weib oder Brüder oder Eltern oder Kinder verlassen hat um des Reiches Gottes willen,

💡 Andacht
30

der es nicht vielfältig wieder empfinge in dieser Zeit und in der zukünftigen Weltzeit das ewige Leben!

💡 Andacht
31

Er nahm aber die Zwölf zu sich und sprach zu ihnen: Siehe, wir ziehen hinauf nach Jerusalem, und es wird alles erfüllt werden, was durch die Prophetenüber den Menschensohn geschrieben ist;

💡 Andacht
32

denn er wird den Heidenüberliefert und verspottet und mißhandelt und verspeit werden.

💡 Andacht
33

Und sie werden ihn geißeln und töten, und am dritten Tage wird er wieder auferstehen.

💡 Andacht
34

Und sie verstanden nichts davon, und diese Rede war ihnen zu geheimnisvoll, und sie begriffen den Ausspruch nicht.

💡 Andacht
35

Es begab sich aber, als er sich Jericho näherte, saß ein Blinder am Wege und bettelte.

💡 Andacht
36

Und da er das Volk vorüberziehen hörte, erkundigte er sich, was das sei.

💡 Andacht
37

Da verkündigten sie ihm, Jesus von Nazareth gehe vorüber.

💡 Andacht
38

Und er rief und sprach: Jesus, du Sohn Davids, erbarme dich meiner!

💡 Andacht
39

Und die vorangingen, bedrohten ihn, er solle schweigen; er aber schrie noch viel mehr: Sohn Davids, erbarme dich meiner!

💡 Andacht
40

Da blieb Jesus stehen und hieß ihn zu sich führen. Und als er herangekommen war, fragte er ihn:

💡 Andacht
41

Was willst du, daß ich dir tun soll? Er sprach: Herr, daß ich sehend werde!

💡 Andacht
42

Und Jesus sprach zu ihm: Sei sehend! Dein Glaube hat dich gerettet!

💡 Andacht
43

Und alsbald wurde er sehend und folgte ihm nach und pries Gott; und alles Volk, das solches sah, lobte Gott.

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