Hiob

Hiob 30

Schlachter 1951
1

Jetzt aber lachenüber mich, die an Jahren jünger sind als ich, deren Väter ich verschmäht hätte, sie neben die Hunde meiner Herde zu setzen.

💡 Andacht
2

Wozu konnte die Arbeit ihrer Hände mir dienen, da es ihnen an ungebrochener Kraft gebrach?

💡 Andacht
3

Durch Mangel und Hunger abgezehrt, benagten sie das dürre Land, welches längst wüste und verödet war.

💡 Andacht
4

Sie pflückten die Melde ab beim Gesträuch, und die Ginsterwurzel war ihr Brot.

💡 Andacht
5

Aus der Gemeinde wurden sie gejagt, man schrieüber sie wieüber Diebe.

💡 Andacht
6

In grausigen Schluchten müssen sie wohnen, in Erdlöchern und Felsenhöhlen.

💡 Andacht
7

Im Gebüsche kreischen sie und liegen unter Nesseln hingestreckt.

💡 Andacht
8

Kinder von Narren, Kinder Ehrloser, sind sie aus ihrem Lande verstoßen.

💡 Andacht
9

Und deren Spottlied bin ich nun geworden und diene ihnen zum Geschwätz.

💡 Andacht
10

Sie verabscheuen und fliehen mich, und vor meinem Angesicht sparen sie den Speichel nicht.

💡 Andacht
11

Denn meine Sehne hat Er aufgelöst und mich gebeugt, darum lassen sie den Zügel schießen vor mir.

💡 Andacht
12

Zu meiner Rechten erhebt sich die Brut. Sie lassen meinen Füßen keine Ruhe und bahnen ihre Unheilswege gegen mich.

💡 Andacht
13

Meinen Pfad haben sie zerstört, zu meinem Falle helfen sie, die keinen Helfer haben.

💡 Andacht
14

Wie durch eine weite Bresche fallen sieüber mich her, unter Kriegsgeschrei wälzen sie sich daher.

💡 Andacht
15

Es ist Schreckenüber mich gekommen; meine Ehre ist wie der Wind verflogen; und wie eine Wolke ist mein Heil vorübergegangen.

💡 Andacht
16

Und nun ergießt sich meine Seele in mir, denn die Tage meines Elends haben mich ergriffen.

💡 Andacht
17

Die Nacht durchbohrt mein Gebein, und meine nagenden Schmerzen schlafen nicht;

💡 Andacht
18

durch ihre große Heftigkeit verändert sich mein Kleid, wie ein Hemd umschließt es mich.

💡 Andacht
19

Er hat mich in den Kot geworfen, und ich bin wie Staub und Asche geworden.

💡 Andacht
20

Ich schreie zu dir, und du antwortest mir nicht, ich stehe da, und du beobachtest mich.

💡 Andacht
21

Du hast dich mir in einen unbarmherzigen Feind verwandelt, mit deiner gewaltigen Hand widerstehst du mir.

💡 Andacht
22

Du setzest mich dem Wind aus und lässest mich dahinfahren, daß mir jeder Halt entschwindet.

💡 Andacht
23

Denn ich weiß, daß du mich zum Tode führen wirst, ins Haus, wo alle Lebendigen zusammenkommen.

💡 Andacht
24

Wahrlich, kein Bittender hat seine Hand ausgestreckt, wenn er in seinem Unglück schrie,

💡 Andacht
25

daß ich nicht mit ihm geweint hätte in böser Zeit und meine Seele sich nicht um den Armen bekümmert hätte!

💡 Andacht
26

Aber ich habe auf Gutes gehofft, und es kamÜbel, ich habe auf das Licht gewartet, und es ist Finsternis gekommen.

💡 Andacht
27

Meine Eingeweide wallen und wollen nicht stille werden; die Tage meines Jammers sind mir begegnet.

💡 Andacht
28

Traurig gehe ich einher, ohne Sonne; ich bin in der Gemeinde aufgestanden und habe um Hilfe geschrieen.

💡 Andacht
29

Ich bin ein Bruder geworden der Schakale und ein Gefährte der jungen Strauße.

💡 Andacht
30

Meine Haut ist schwarz geworden an mir, und meine Gebeine sind vor Hitze verdorrt.

💡 Andacht
31

Meine Harfe ist zu einem Trauerlied geworden und mein Flötenspiel zu lautem Weinen.

💡 Andacht